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Anleitung

Gute und schlechte Karteikarten: Beispiele vorher und nachher

Sechs Karten, die harmlos aussehen, aber deine Wiederholungen verschwenden: woran jede hakt und wie du sie in Karten umschreibst, mit denen du wirklich lernst.

So erstellst du einen guten Stapel erklärt die Regeln: eine Idee pro Karte, eine Rückseite, an der du dich selbst bewerten kannst, Stapel nach dem getrennt, was du gemeinsam wiederholen willst. Regeln sind leicht abzunicken und leicht zu brechen, ohne es zu merken. Deshalb hier die andere Hälfte: realistische Karten, die danebengehen, was an ihnen falsch ist und was du stattdessen schreiben kannst.

Ein Wort ohne Kontext

Eine Karte von jemandem, der Englisch lernt:

  • Vorderseite: „become“ Rückseite: „bekommen“

Die Karte ist falsch: become heißt „werden“, „bekommen“ heißt auf Englisch get. Aber auch richtig korrigiert trainiert so eine Karte nur das Nachschlagen, nicht das Wort. Auf der Karte erkennst du es vielleicht, im Satz hängst du trotzdem. Stell das Wort dorthin, wo es lebt:

  • Vorderseite: „She wants to become a doctor.“ Rückseite: „werden (nicht bekommen, das ist get)“

Und dann eine zweite Karte für die andere Richtung, denn ein Wort zu erkennen und es selbst zu bilden sind zwei verschiedene Fähigkeiten:

  • Vorderseite: „werden, wie in ‚Ärztin werden‘ (Englisch)“ Rückseite: „become“

Wenn du auch dein Ohr trainieren willst, stell die Sprache des Stapels auf Englisch (und die der Rückseite, falls sie abweicht) und lass dir die Vorderseite vorlesen, oder bette einen Audioclip ein. Dann übst du, das Wort zu hören, nicht nur zu lesen.

Eine Frage ohne klares Ziel

  • Vorderseite: „Was geschah 1789?“ Rückseite: ein Absatz über die Französische Revolution.

Da redet man sich leicht ein, dass man es „im Grunde“ wusste. Eine Frage mit einem klaren Ziel, bei der du richtig und falsch auf einen Blick unterscheiden kannst, lässt sich viel schwerer nach Gefühl bewerten. Stell lieber mehrere davon:

  • Vorderseite: „An welchem Tag wurde die Bastille gestürmt?“ Rückseite: „14. Juli 1789“
  • Vorderseite: „Welche Versammlung berief Ludwig XVI. im Mai 1789 zum ersten Mal seit 1614 ein?“ Rückseite: „Die Generalstände“
  • Vorderseite: „Welches Dokument verabschiedete die Nationalversammlung am 26. August 1789?“ Rückseite: „Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“

Drei kleine Karten sind meist schneller wiederholt als eine große, und jede wird für sich geplant. Das Datum, das du immer wieder vergisst, kommt öfter zurück, und das, was du schon kannst, nimmt dir weniger Zeit weg.

Eine Liste auf einer Karte

  • Vorderseite: „Nenne die Phasen der Mitose.“ Rückseite: „Prophase, Metaphase, Anaphase, Telophase“

Bei Listen gibt es Teilpunkte. Drei von vier zu wissen ist weder klar bestanden noch klar durchgefallen, also bewertest du es leicht jedes Mal anders, und die eine Phase, die du immer vergisst, bekommt nie die zusätzlichen Wiederholungen, die sie braucht. Gib jedem Punkt eine eigene Karte, mit einer Frage, die nur dieser Punkt beantwortet:

  • Vorderseite: „In welcher Phase der Mitose ordnen sich die Chromosomen in der Äquatorialebene an?“ Rückseite: „Metaphase“
  • Vorderseite: „In welcher Phase der Mitose werden die Schwesterchromatiden getrennt?“ Rückseite: „Anaphase“

Wenn die Reihenfolge selbst wichtig ist, ist das eine weitere Karte: „Welche Phase folgt direkt auf die Metaphase?“ Rückseite: „Anaphase“.

Manchmal ist die ganze Abfolge das Ziel, etwa die Schritte eines Verfahrens, die du der Reihe nach aufsagen musst. Dann kann eine Listenkarte die richtige Wahl sein. Mach sie nur bewusst, im Wissen, dass die einzelnen Punkte nicht getrennt geplant werden.

Ein Konzept, das du erklären sollst

  • Vorderseite: „Erkläre Closures in JavaScript.“ Rückseite: eine Lehrbuchdefinition.

Du kannst eine Definition aufsagen und trotzdem nicht vorhersagen, was Code tut. Stell die Frage so, wie der Code sie stellt:

  • Vorderseite: „Was gibt das aus?“

    function counter() {
      let n = 0;
      return () => ++n;
    }
    const next = counter();
    next();
    console.log(next());
    

    Rückseite: „2: Die zurückgegebene Funktion behält ihr eigenes n zwischen den Aufrufen“

Es gibt eine Antwort zu prüfen, und das geht schnell. Ohne das Konzept verstanden zu haben, ist sie außerdem schwer zu treffen. Eine Erklärkarte hat trotzdem ihren Platz, wenn du für eine mündliche Prüfung oder ein Vorstellungsgespräch übst, wo genau das Erklären geprüft wird.

Eine Formel, die du nur vom Sehen kennst

  • Vorderseite: „Mitternachtsformel“ Rückseite: die Formel

Du erkennst sie wahrscheinlich jedes Mal wieder. Das ist nicht dasselbe, wie zu wissen, wann du sie brauchst oder was ihre Teile bedeuten. Frag nach den Teilen:

  • Vorderseite: „Was bedeutet es für ax² + bx + c = 0 (a ≠ 0), wenn b² − 4ac negativ ist?“ Rückseite: „Keine reellen Lösungen“
  • Vorderseite: „Mit welcher Formel löst du ax² + bx + c = 0 (a ≠ 0) nach x auf?“ Rückseite: die Formel

Die zweite Karte übt immer noch die Formel selbst. Sie geht nur vom Problem aus, nicht vom Namen. Auf deinen eigenen Karten kannst du Formeln mit dem visuellen Formeleditor richtig setzen, statt sie wie hier mit einfachen Zeichen zu schreiben.

Ein KI-Entwurf, unverändert übernommen

KI-Generierung ist gut, um einen Stapel anzufangen, und sie schreibt gern lange Rückseiten. Ein typischer Vorschlag aus einer Vorlesung über den Wasserkreislauf:

  • Vorderseite: „Was ist Verdunstung?“ Rückseite: „Verdunstung ist der Vorgang, bei dem Wasser vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, vor allem angetrieben durch die Wärme der Sonne, und sie ist ein zentraler Bestandteil des Wasserkreislaufs.“

Der Großteil dieser Rückseite ist Füllstoff, und Füllstoff überfliegst du beim Wiederholen. Kürz sie auf das, was du tatsächlich laut sagen würdest:

  • Vorderseite: „Wie heißt der Vorgang, bei dem flüssiges Wasser unterhalb des Siedepunkts zu Wasserdampf wird?“ Rückseite: „Verdunstung“

Eine kurze Rückseite zählt auch in zwei Quiz-Modi. Bei „Schriftlich“ tippst du die Rückseite ein (Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichen und überzählige Leerzeichen spielen keine Rolle), bei „Satzbau“ tippst du die Wörter der Rückseite, gemischt mit ein paar zusätzlichen, in der richtigen Reihenfolge an. Die erste Fassung wäre aus dem Gedächtnis kaum zu tippen und würde zu einem Haufen Kacheln. Die gekürzte funktioniert in beiden.

Fünf schnelle Checks für jede Karte

Bevor du eine Karte speicherst, frag dich:

  1. Hat sie ein klares Ziel? Verschiedene Formulierungen derselben Antwort sind in Ordnung. Wenn du wirklich unterschiedliche Antworten gelten lassen würdest, teil sie auf oder stell die Frage enger.
  2. Kannst du sie auf einen Blick bewerten? Wenn du die Rückseite noch einmal lesen musst, um zu entscheiden, ist sie wahrscheinlich zu lang.
  3. Prüft sie das, was du brauchst? Ein Wort zu erkennen heißt nicht, es zu benutzen, und eine Definition aufzusagen heißt nicht, sie anzuwenden.
  4. Würde ein Bild oder ein Ton helfen? Dann bette es ein, auf der Vorderseite.
  5. Ist sie heimlich eine Liste? Dann sind es wahrscheinlich mehrere Karten, außer die Abfolge selbst ist das, was du lernst.

Eine Karte, die diese Checks besteht, ist meistens in wenigen Sekunden wiederholt, und genau diese kurzen, ehrlichen Wiederholungen summieren sich.